02.09.2013

Mehr biografische Arbeit und mehr Multimedia

Bild: Obersalzberg Maria Noichl
SPD mit Maria Noichl, MdL zu Besuch in der Dokumentation Obersalzberg
Große Veränderungen stehen der Dokumentation Obersalzberg bevor: nach Plänen des zuständigen bayerischen Finanzministerium soll bis zum Jahre 2017 die Erweiterung des Dokumentationszentrums abgeschlossen sein. Um sich über die baulichen und inhaltlichen Pläne zu informieren, haben vor kurzem Vertreter der heimischen SPD gemeinsam mit der Rosenheimer Landtagsabgeordneten Maria Noichl die Einrichtung am Obersalzberg besucht. Dabei wurde deutlich, dass der biografischen Arbeit zukünftig ein breiterer Raum gegeben werden soll.

Begleitet wurde Maria Noichl von dem heimischen SPD-Landtagskandidaten Roman Nieder-berger, dem 3. Bürgermeister von Berchtesgaden Bartl Mittner und dem Vorsitzenden des SPD-Ortsverein Berchtesgadener Land-Süd Thomas Jander. Die Sozialdemokraten wurden von dem betrieblichen Leiter Markus Rosenberg und dem wissenschaftlichen Leiter vom Institut für Zeitgeschichte Dr. Axel Drecoll am Obersalzberg begrüßt. Nach einer kurzen Besichtigung des Geländes, auf dem der Erweiterungsbau entstehen soll, setzte man sich zu einem Gespräch über die ersten Planungen zusammen.

Dass diese Planungen noch am Anfang stehen, machte zunächst Markus Rosenberg deutlich. Er erinnerte daran, dass die Erweiterung aufgrund des großen Erfolgs der Dokumentation-on erforderlich ist: statt wie ursprünglich angenommen 30.000 Besucher kommen nunmehr im Durchschnitt jährlich 160.000 Menschen. Hinzu kommt, dass es große Schwankungen zwischen den Sommer- und Wintermonaten gibt. „Es gibt bisher noch keinen Architekten-wettbewerb für den Erweiterungsbau, also können wir noch nicht genau planen“, erläuterte der betriebliche Leiter.

Die Chance für eine noch bessere Vermittlung des Themas Obersalzberg und Nationalsozialismus will Dr. Axel Drecoll mit der Erweiterung nutzen. „Von unseren Besuchern wissen wir, dass vor allem die Arbeit mit Biografien ein lebendiges Geschichtsbild vermitteln kann“, machte er deutlich. Deswegen soll dies auch einer der Schwerpunkte der inhaltlichen Erweiterung sein. Außerdem soll die Geschichte des Orts Obersalzberg stärker mit der Geschichte der NS-Zeit in Deutschland verknüpft werden. Auch in der Vermittlung der Inhalte soll sich einiges ändern: mehr Multimedia-Angebote und Texte auch in englischer Sprache sollen angeboten werden.

Für die Arbeit der Rundgangsleiter interessierte sich Maria Noichl. Diese werden vom Institut für Zeitgeschichte beschäftigt und sind eine breit aufgestellte Gruppe von 25 Personen, zu denen unter anderem Geschichtsstudenten und Rentner zählen. „Unsere Führungen werden sehr gut angenommen und bieten vor allem Schulklassen eine gute Gelegenheit, die Inhalte der Dokumentation vermittelt zu bekommen“, waren sich Dr. Drecoll und Markus Rosenberg einig.

Thomas Jander erinnerte an das Ziel des sogenannten Zwei-Säulen-Modells, den Obersalz-berg zu entmystifizieren und vor allem zu verhindern, dass er zu einem Anziehungspunkt für Rechtsradikale wird. Dies sei bisher gut gelungen, so der Vorsitzende der SPD Berchtesgadener Land-Süd. Bartl Mittner und Roman Niederberger regten an, im Rahmen der Erweiterung auch der Bürgerinitiative einen Platz in der Geschichte der Einrichtung einzuräumen, die sich lange und letztendlich erfolgreich gegen große Widerstände für ein Dokumentationszentrum am Obersalzberg eingesetzt hatte.

Zum Abschluss des Besuchs machte Maria Noichl auch im Namen der SPD-Landtagsfraktion noch einmal die Unterstützung für die Dokumentation Obersalzberg deutlich. Nachdem die Zeitzeugen immer weniger werden, ist eine gute didaktische Vermittlung der NS-Geschichte von großer Bedeutung, war sie sich mit Markus Rosenberg und Dr. Axel Drecoll einig.

Foto: Informationsbesuch der SPD in der Dokumentation Obersalzberg (von links nach rechts):
Markus Rosenberg (betrieblicher Leiter), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat), Maria Noichl, MdL, Thomas Jander (Vorsitzender SPD BGL-Süd), Bartl Mittner (3. Bürgermeister Berchtesgaden), Dr. Axel Drecoll (Institut für Zeitgeschichte)


Berchtesgaden 

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