18.08.2013

Kein Radweg zum Paradies

Bild: Radwege Teisendorf
SPD erfährt mit Roman Niederberger Radweglücke in Teisendorf
Andreas Fesl lebt im Paradies – aber es führt kein richtiger Radweg dorthin, wovon sich Vertreter der heimischen SPD gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Radsportvereins Günter Wolf und dem ehrenamtlichen Radwegekoordinator Franz Renoth bei einer eigens angesetzten Tour überzeugen konnten. Auslöser der Aktion war der vom Kreistag vor kurzem einstimmig beschlossene SPD-Antrag für ein landkreisweites Radwegekonzept, in dem die bestehenden Lücken benannt und ein Zeitplan für deren Beseitigung erstellt werden soll. Nachdem Andreas Fesl, der in Paradies in Teisendorf wohnt, aus den Medien davon erfahren und bei den von der Landkreisverwaltung aufgeführten Lücken seine Heimatstrecke vermisst hatte, wandte er sich an die SPD-Kreisrätin Eva Berger aus Bischofswiesen. Diese trommelte am vergangenen Sonntag kurzerhand Günter Wolf, Franz Renoth und als einzigen Nicht-Radsportler der Gruppe den SPD-Kreisvorsitzenden und Landtagskandidaten Roman Niederberger zu einer Tour von Anger nach Schönram zusammen.

Unterwegs kam Andreas Fesl auf den sehr gut angenommenen Radweg zwischen Waging und Schönram zu sprechen, der allerdings kurz vor der Grenze zum Landkreis Berchtesgadener Land endet. Sowohl nach Laufen als auch Richtung Freilassing sei man als Radler gezwungen, auf den Staatsstraßen St2103 bzw. St2104 zu fahren. „Besonders im Bereich zwischen Schönram und Schign besteht überhaupt keine Ausweichmöglichkeit; auch nicht über Fortstraßen oder ähnliches“, so Andreas Fesl. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit vieler Kfz sei dies deshalb für Radler ein besonders gefährlicher Bereich. Auf die großen touristischen Chancen eines durchgehenden Radwegs von Waging nach Salzburg wies Günter Wolf hin.

„Vieles bewegt sich bei den Radwegen, aber gerade im südlichen Landkreis fehlt es dringend an einem Gesamtkonzept“, machte Franz Renoth deutlich. Der ehrenamtliche Radwegexperte des Landkreises, der bereits über 3.000 Stunden diesem Projekt gewidmet und verschiedene touristische Routen im Landkreis ausgearbeitet hat, sieht eine übergreifende Planung und Koordinierung der verschiedenen Maßnahmen als dringend notwendig an. „Wenn es das nächste Mal Bundes- oder Landesmittel für den Ausbau von Radwegen gibt, müssen wir die Konzepte griffbereit haben“, war er sich sicher. Einig war er sich mit Günter Wolf und den SPD-Radlern auch darüber, dass der Boom bei den Elektrorädern sowohl zu einer weiteren Nachfrage nach landschaftlich schönen Radwegrouten durch den Landkreis als auch zu mehr Bedarf für schnelle Verbindungen zwischen den einzelnen Orten führen wird.

„Wir bleiben beim Thema Radwege auf alle Fälle am Ball“, kündigte der SPD-Kreisvorsitzende und Landtagskandidat Roman Niederberger an. Er erinnerte an den gemeinsamen Antrag der Landtagsfraktionen von SPD, Grünen und FWG für eine Anhörung zu Radwegen in Bayern. Auch vor Ort geht es bereits am Samstag, 24. August weiter. An diesem Tag radeln die Sozialdemokraten gemeinsam von Bayerisch Gmain nach Freilassing, um unter anderem gemeinsam auf die Radweglücke im Leopoldstal aufmerksam zu machen.

Foto: Der Radweg nach Waging beginnt erst nach der Landkreisgrenze in Schönram (von links nach rechts):
Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat), Günter Wolf (Vorsitzender Radsportverein BGL), Franz Renoth (Radwegekoordinator BGL), Andreas Fesl



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