28.07.2013

Verena Bentele zu Besuch in der Chiemgauarena

Bild: Ruhpolding Chiemgauarena
Paralympics-Siegerin und Beraterin von Christian Ude mit den SPD-Landtagskandidaten zu Gast in Ruhpolding
Zu einem Besuch konnte der SPD Orstverein vor kurzem die mehrfache Weltmeisterin und zwölffache Paralympics-Siegerin Verena Bentele in der Chiemgauarena begrüßen.
Die Blindensportlerin ist im Wahlkampfteam des SPD-Ministerpräsidentenkandidaten Christian Ude als Expertin für die Bereiche Sport und Inklusion zuständig und machte zu diesen Themen Station in Ruhpolding für eine Stadionführung mit einem anschließenden Informationsgespräch.

Bereits bei der Begrüßung konnten wir Verena Bentele überraschen, da Stadionleiter Engelbert Schweiger kurzfristig ihren ehemaligen Begleitläufer Franz Lankes eingeladen hatte, der in Ruhpolding wohnt und als Trainer am Stützpunkt arbeitet.

Beim Rundgang durch das Stadion erläuterte Schweiger die Kooperationen mit den Partnerschulen des Wintersports (PZW) im Umfeld des DSV Bundesstützpuntes Ruhpolding/Berchtesgaden mit der Grund- und Mittelschule Ruhpolding, der Achental Realschule Marquartstein, dem Landschulheim Marquartstein, der Reiffenstuhl Realschule Traunstein, dem Chiemgau Gymnasium Traunstein und den CJD Christophorunsschulen in Berchtesgaden als Talentschieden und Zubringer für den Leistungssport. Auch die Zusammenarbeit mit dem Heilpädogischen Zentrum wurde als Beispiel für gelebte Inklusion im Ort Ruhpolding angeführt.

Auf die Frage von Bürgermeister Claus Pichler, was die größte Herausforderung für uns in der Chiemgauarena wäre, um das Stadion behindertengerecht auszustatten, antwortete Bentele:
„Die Einrichtung ist für Sportler mit Behinderung bereits jetzt schon hervorragend ausgerüstet.
Der Schiessstand und die Strecken sind sehr gut zu variieren, hier sind alle notwendigen Streckenprofile vorhanden.“

Das Thema Olympiabewerbung 2022 war natürlich auch ein Thema dieses Treffens und Bentele begann ihre Ausführungen mit der Aussage: „Warum über andere Veranstaltungsorte sich Gedanken machen, wenn man Ruhpolding dabei hat.“ Zur Olympiabewerbung habe sie ihre eigene Sportlermeinung.
Temporäre Sportanlagen, wie sie bei der letzten Bewerbung im Bereich Biathlon geplant waren, sind nicht nachhaltig und somit abzulehnen. Natürlich müsse auch eine Großzahl der Wettkämpfe in München als Hauptbewerberort ausgetragen werden.
Dirk Reichenau, SPD-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat im Landkreis Traunstein,
erklärte dazu, dass über diese Themen auch im Kreistag schon gesprochen wurde und vorrangig vorhandene Strukturen genutzt werden müssten.

Pichler erklärte, dass die Bürger bei den Bürgerentscheiden zur Olympiabewerbung genau wissen müssen, was auf sie zukommt und im Vorfeld informiert werden müssen, auch wenn der Informationsfluss aus München durch den momentan stattfindenden Wahlkampf öfter ins Stocken gerät.

Schweiger wies darauf hin, wie man sich nach einer erfolgreichen Olympiabewerbung auch in Bezug Sportstättenkonzeption und zusätzlichen Trainerstellen im Bereich Nachwuchsleistungssport sich aufstellen muss, wenn man im Jahr 2022 Medaillengewinner aus Deutschland auf dem Podest stehen sollen. Dies ist nicht nur Stützpunktangelegenheit, sondern auch Landes- und Bundesinteresse.

Diese jungen Sportler sollten dann bereits heute in Blickrichtung Olympia 2022 mit dem notwendigen Maß trainiert und richtig für den sportlichen Höhepunkt aufgebaut werden. Und hier waren sich der Stadionleiter und Verena Bentele nochmals einig:
Die Arbeit in den Sportvereinen, sowie der Schulsport müssen besser von staatlicher Seite gefördert werden.
Auch für die im Anschluss an die Olympiade am gleichen Ort stattfindenden Paralympics wäre Ruhpolding auf das Beste gerüstet.

Auf die Frage des Landtagskandidaten aus dem Berchtesgadener Land Roman Niederberger, wie es mit dem Thema Doping im Behindertensport aussehe, antwortete Verena, daß hier die Vorfälle nicht so oft vorkämen, aber wie auf vielen Gebieten des Leistungssport immer öfter aufgedeckt werden.
Beim Betreten des Pressezentrums in der Chiemgau Arena vielen der blinden Sportlerin sofort die besonderen Schallschutzmaßnahmen auf, die eine angenehmes Akkustikklima für die dort arbeitenden Journalisten bieten.

Abschließend gab es noch eine gemütliche Gesprächsrunde auf der Terrasse des Cafe Biathlon, bei der von DSV Stützpunkttrainer Hans Rambold die Zusammensetzung der vielen Kaderathleten im Leistungszentrum erläutert wurde.
Ruhpolding ist mittlerweile der größte Leistungsstützpunkt mit den meisten Kaderathleten in Deutschland.

Auf die Frage vom SPD Ortsvereinsvorsitzenden Johannes Hillebrand nach ihren Aufgaben im Wahlkampfteam von Christian Ude erklärte Bentele sie habe auf den Gebieten Schulsport und Inklusion am Wahlprogramm mitgearbeitet und unterstütze den Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt auf Veranstaltungen in ganz Bayern.
Claus Pichler betonte, wie wichtig es sei, dass sich die Experten auf den verschiedenen Fachgebieten in die Politik einmischen.
Verena erläuterte dass der Sport viele Bereiche des eigenen Lebens fördere, wie z. B. die Leistungsbereitschaft, das Verarbeiten von Misserfolgen, die Rhetorik und Ansporn für lebenslange sportliche Betätigung sei. Leider habe aber der Schulsport nur eine untergeordnete Bedeutung, sei aber genau so wichtig wie z. B. Mathematik.
Sie hätte auch eine Idee für die Benotung im Fach Sport. Hier sollte nicht die absolute Leistung im Vordergrund stehen, sondern eine Bewertung der Verbesserung oder Verschlechterung. Somit könnten gerechtere Schulnoten für die verschiedenen Schülertypen erreicht werden.
Mit den besten Wünschen für ihren Weg vom Sport in die Politik ging es für die beeindruckende Athletin
weiter zum Termin im Berchtesgadener Land.


Sport Inklusion Verena Bentele 

zurück