21.07.2013

Leistung und Anerkennung als Erfolgsrezept

Bild: Caritas Möbel
SPD zu Besuch im Caritas-Möbellager in Freilassing
„Wir sind in Freilassing gut anerkannt und leisten bei der Hilfe für die vom Hochwasser betroffenen Menschen aktiv unseren Beitrag“ – so klar und selbstbewusst beschrieb Sascha Grabner von der Caritas die aktuelle Situation des Möbellagers in Freilassing. Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler besuchte gemeinsam mit dem SPD-Kreisvorsitzenden Roman Niederberger und der Bad Reichenhaller Stadträtin Güldane Akdemir das Möbellager in der Industriestraße, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Caritas-Einrichtung zu machen.

„Unsere Arbeit ist sozial und ökologisch wertvoll und ist deswegen sowohl bei unseren Mitarbeitern als auch bei den Bürgerinnen und Bürgern anerkannt“, machte Petra Maislinger von der Caritas in ihrer Begrüßung deutlich. Viele Freilassinger Haushalte nutzen die Möglichkeit, gut erhaltene Möbel und Einrichtungsgegenstände im Möbellager abzuliefern oder abholen zu lassen. Im Lager können sich dann bedürftige Menschen mit Möbeln ausstatten, aber auch Bürger ohne Berechtigungsschein Mobiliar erwerben. „Bei uns schauen quer durch alle sozialen Schichten Menschen vorbei – und statt auf dem Müll landen die Möbel bei Menschen, die sie zu schätzen wissen“, erklärte Sascha Grabner. Gerade nach dem Hochwasser habe man in Zusammenarbeit mit dem Werk 71 sowohl bei der Bereitstellung von Lagerflächen als auch bei der kurzfristigen Versorgung mit guten Einrichtungsgegenständen einen Beitrag geleistet.

Einen wichtigen Baustein für die Arbeit des Möbellagers bildet die sogenannte Bürgerarbeit, machte der Leiter des Jobcenters Berchtesgadener Land Helmut Rechenauer deutlich, der von Siegfried Zuhra vom Landratsamt begleitet wurde. In diesem bis Ende 2014 angelegten Bundesprojekt werden gemeinnützige Tätigkeiten von länger arbeitslosen Menschen gefördert und diesen damit die Gelegenheit zu einer Vollzeitbeschäftigung mit Sozialversicherung gegeben. „Wir wünschen uns dringend eine Verlängerung dieser erfolgreichen Maßnahme“, erklärte er.

Insgesamt habe sich die persönliche Situation der insgesamt sechs über Bürgerarbeit beschäftigten Mitarbeiter sehr deutlich verbessert, erklärte Petra Maislinger auf Nachfrage von Bärbel Kofler. „Unsere Leute erbringen Leistung und erfahren dafür Anerkennung – das motiviert und macht fit“, stellte sie dar. So haben zwei der Bürgerarbeiter zwischenzeitlich den Führerschein gemacht und damit ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt wesentlich verbessert.

Güldane Akdemir erkundigte sich nach der Zukunftsperspektive der Einrichtung. Vieles hänge eben von der Verlängerung der Förderung für die Bürgerarbeit ab, waren sich die Vertreter von Landratsamt, Jobcenter und Caritas einig. Nachfrage gäbe es auf alle Fälle genug: „Wir könnten unsere Fläche sofort deutlich erweitern, weil viele Menschen gerne bei uns ihre gut erhaltenen Möbel abgeben“, so Sascha Grabner. Insgesamt sind derzeit im Landkreis ca. 50 Personen im Rahmen der Bürgerarbeit beschäftigt, erklärte Helmut Rechenauer auf eine Frage von Roman Niederberger – so zum Beispiel auch in den Pidinger Werkstätten.

Viele länger arbeitslose Menschen würden über den zweiten Arbeitsmarkt erst wieder ihre eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten entdecken, waren sich Caritas und Sozialdemokraten zum Abschluss des Besuchs einig. Auch als vorbeugendes Mittel der Sozialpolitik seien Einrichtungen wie das Möbellager von großer Bedeutung, weil eine sinnvolle Arbeit für Selbstvertrauen und Anerkennung elementar wichtig ist.

Foto: (von links nach recht)
Petra Maislinger (Caritas), Siegfried Zuhra (Landratsamt BGL), Herbert Mädler, Jobcenter BGL, Güldane Akdemir (SPD-Bezirkstagskandidatin), Sascha Grabner (Caritas), Dr. Bärbel Kofler, MdB, Helmut Rechenauer (Jobcenter BGL), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat)


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