18.06.2013

Bezahlbare Mieten und günstige Heizung

Bild: Selbsthilfe Salzachkreis
Roman Niederberger zu Besuch im
Nicht nur steigende Mieten, sondern auch immer höhere Nebenkosten belasten viele Mieter im Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel. Bei einem Besuch im „blauen Haus“ der Baugenossenschaft Selbsthilfe Salzachkreis in Laufen konnten sich SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger und Stadträtin Gerti Spitzauer davon überzeugen, dass es zu dieser Entwicklung echte Alternativen gibt, die auch die Energiewende in der Region voranbringen.

Begrüßt wurden die beiden Sozialdemokraten bei dem Neubau in der Watzmannstraße von dem Geschäftsführer der Selbsthilfe Salzachkreis eG Alexander Stockhammer, der den Besuchern zunächst die auf dem Dach und an den Wänden angebrachten Solarkollektoren zeigte. Insgesamt wurden 280 Quadratmeter an Solarmodulen installiert, mit denen ein Wasserspeicher von über 150.000 Litern erwärmt wird. Der Speicher ist in der Mitte des Gebäudes untergebracht und reicht vom Keller bis in das oberste Stockwerk.
Die in den sonnigen Monaten durch die Erwärmung des Wassers gespeicherte Energie wird im Winter verbraucht und deckt zum größten Teil den Heizbedarf des Hauses ab. „In dem ersten, relativ milden Winter nach dem Neubau mussten wir mit der zusätzlich installierten Hackschnitzelheizung überhaupt nicht zuheizen. Insgesamt liegt der solare Deckungsgrad bei deutlich über 90 Prozent“, erklärte Alexander Stockhammer beim Rundgang durch das Haus, bei dem er auch die moderne Steuerungstechnik präsentierte.

„Wir machen das nicht aus Ideologie, sondern weil es wirtschaftlich sinnvoll ist“, machte der Geschäftsführer deutlich. Mit einer Grundmiete von 5,30 € pro Quadratmeter und einer Nebenkostenvorauszahlung von 1,18 € wird auf Dauer bezahlbarer Wohnraum besonders für Familien gesichert. „Gerade nach den größeren Wohnungen herrscht derzeit eine große Nachfrage“, so Alexander Stockhammer. SPD-Stadträtin Gerti Spitzauer interessierte sich für die Vergabe der Wohnungen. „Wir gehen bei der Wohnungsvergabe strikt nach der Mitgliedsnummer bei den Genossenschaftsanteilen. Wer heute einen Anteil erwirbt, ist vor dem Erwerber dran, der morgen einsteigt“, erklärte der Vertreter der Selbsthilfe Salzachkreis. Derzeit gibt es über 800 Anteilseigner, von denen etwa die Hälfte auch Mieter in den Objekten der Selbsthilfe sind.

Der SPD-Kreisvorsitzende und Landtagskandidat Roman Niederberger erinnerte in dem Gespräch an die Untersuchungen für das Klimaschutzkonzept des Landkreises. „Daraus ergibt sich eindeutig, dass der Löwenanteil der verbrauchten Energie in unserer Region in Heizung und Verkehr fließt“, so der Kandidat. Das im „blauen Haus“ realisierte Konzept sei eine gute und moderne Lösung gerade für den Neubau größerer Wohneinheiten. „Nur mit solchen innovativen Ideen werden wir es schaffen, den Energieverbrauch dauerhaft aus erneuerbaren Quellen zu decken“, zeigte er sich überzeugt.

Im weiteren Gespräch kamen Besucher und Geschäftsführer auch auf den genossenschaftlichen Grundgedanken der Selbsthilfe Salzachkreis zu sprechen, die bereits 1947 gegründet wurde. Dieser sei heute wieder aktueller denn je, meinte Alexander Stockhammer: „Viele Familien können sich heutzutage trotz harter Arbeit kein eigenes Einfamilienhaus leisten. Besonders für sie ist der genossenschaftliche Wohnbau eine gute und auf Dauer bezahlbare Alternative“, stellte er dar. Darin war er sich mit den beiden Besuchern von der SPD einig, die zum Ende des Besuchs an die lange Tradition der genossenschaftlichen Idee im Rupertiwinkel erinnerten. Aus Mietern Beteiligte mit Absicherung und Mitspracherecht zu machen und dabei ökologische und soziale Aspekte zu verbinden, sei es hochmodernes und zukunftsfähiges Konzept.
Foto: Vor dem „blauen Haus“ und den Fassadenkollektoren der Baugenossenschaft (von links nach rechts):
Alexander Stockhammer (Geschäftsführer Selbsthilfe Salzachkreis), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat), Gerti Spitzauer (SPD-Stadträtin)


Laufen Wohnen 

zurück