05.05.2013

Information und Spaß bei Wanderung durch das Ainringer Moor

Bild: Moorwanderung Schubkarren
Ganz nahe an den Menschen zu sein, ihre Sorgen und Nöte anzuhören, aber auch ihre Anregungen aufzunehmen, und zwar fernab jeglichen politischen Rahmens – aus diesem Anliegen heraus hat die Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler für den heimischen Wahlkreis die Wanderserie „links bergauf“ ins Leben gerufen. Nachdem derzeit Almwanderungen wetterbedingt noch nicht so recht möglich sind, stand kürzlich als erstes Unternehmen eine Wanderung durch das Ainringer Moor auf dem Programm.
Schließlich hatten sich nahezu vierzig Teilnehmer – darunter auch der SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger und die Bezirkstagskandidatin Güldane Akdemir - bei bestem Wetter eingefunden, um viel Wissenswertes über Geschichte und den Ist-Zustand der voralpinen Moorlandschaft zu erfahren, aber auch um die Abgeordnete ganz persönlich kennen zu lernen und ihr manchen Wunsch, manche Idee auf den politischen Weg mitzugeben.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Dr. Johannes Kerschl vom Ainringer Moosverein und den SPD-Kreisgeschäftsführer Günter Wolf machte sich die Gruppe auf den Weg, um den ganz besonderen Charakter der Moorlandschaft aus nächster Nähe zu erkunden. Unter Anleitung des Moorführers Walter Soraruf konnten sich die Wanderer davon überzeugen, dass sich das Moor von der einstigen industriell genutzten Torfabbaufläche mit einer Fläche von fast 90 Hektar zu einem wahren Natur- und Vogelparadies entwickelt hat.
Dabei konnte der Moorführer anschaulich und lebendig davon erzählen, dass noch vor zweitausend Jahren eine Römerstraße durch das Moor geführt hatte und heute noch einschlägige Funde zu Tage treten und dass sich, nachdem die Natur wieder Einzug gehalten hat, inzwischen wieder viele Wasservogelarten wie Kiebitz Reiher und Teichhühner heimisch fühlen. Und auch ganz kleine Geheimnisse verriet Soraruf den gespannten Wanderern. So beherbergt das Ainringer Moor trotz des Feuchtigkeitsgehaltes des Bodens ganz seltene Ameisenarten und mit dem Peracher Moorfrosch eine spezielle Gattung der Amphibie, die auf der ganzen Welt sonst nicht zu finden ist.

Ergänzt wurde die erlebnisreiche Moorführung durch eine anschließende Präsentation im Moormuseum, bei der Dr. Kerschl mit eindrucksvollen Bildern nochmals ausführlich auf die Entwicklungsgeschichte des Niedermoores einging, aber auch den mühevollen Rückbau der abgefrästen Flächen schilderte, auf denen durch einen großflächigen und genau dosierten Einstau sich inzwischen wieder ein Feuchtlebensraum von überörtlicher Bedeutung entwickeln konnte. Der ganze Stolz des Moorvereines, die noch intakte Feldbahn, mit der ansonsten Teile des Moorgebietes befahren wurden, kann nach seiner Einschätzung wohl erst dann wieder ihren Betrieb aufnehmen, wenn die Umgehungs-strecke der B 304, die das Moor von den Betriebsgebäuden trennt, gänzlich fertig gestellt ist.

Bei der anschließenden gemeinsamen Brotzeit mit den Verantwortlichen des Moosvereines zeigten sich die Moorwanderer beeindruckt von der Entwicklung des Naturraumes Ainringer Moor und von der Vielfalt der Aufgaben, die der Moosverein dabei übernommen hatte und die in zahlreichen Kooperationen und wissenschaftlichen Begleitungen mündete. Für sie stand aber auch fest, dass Politik dann besonders spannend wird, wenn sie sich dem praktischen, dem alltäglichen Leben widmet und so wieder mehr Nähe zwischen den Menschen und den politisch Verantwortlichen schafft.

Foto: Auch die Kinder hatten ihren Spaß: Roman Niederberger spendiert eine Runde auf dem Schubkarren

Ainring 

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