23.09.2008

Weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Pflege - SPD-Kandidaten zu Gast im Seniorenzentrum Bürgerstift

Weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Pflege - das waren wesentliche Anliegen, die bei einem Besuch der SPD-Kandidaten im Freilassinger Seniorenzentrum Bürgerstift der Arbeiterwohlfahrt zur Sprache kamen. Auf Einladung der Vorsitzenden des AWO-Ortsvereins Margitta Popp besuchten SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger und Bezirkstagskandidat Guido Boguslawski die Einrichtung und kamen mit Ortsvereinsmitgliedern und den Bewohnern des Heims ins Gespräch.

Nach einer Führung durch das Haus traf man sich im Cafe des Pflegezentrums zu einer Diskussion über aktuelle politische Themen. „Als Arbeiterwohlfahrt wollen wir eine Gesellschaft, in der die Würde des Menschen unabhängig von seinem Alter und Einkommen geachtet wird“, erklärte Margitta Popp in ihrer Einleitung. Für dieses Ziel setzen sich der Verband und seine Mitglieder auch auf politischer Ebene ein, so die Ortsvereinsvorsitzende.

In seiner Vorstellung betonte Roman Niederberger die soziale Gerechtigkeit als seinen politischen Schwerpunkt. Dazu gehöre auch die Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Der 36-jährige Diplom-Finanzwirt (FH) aus Piding berichtete unter anderem von den Erfahrungen, die er im Rahmen der „Aktion Rollentausch“ in einem Seniorenheim gemacht hatte. „Umfassende Dokumentationspflichten, die ständig erweitert werden, kosten die Zeit, die alle Beschäftigten in der Pflege lieber im Kontakt mit den Bewohnern einsetzen würden“, erklärte der SPD-Landtagskandidat. Er sprach sich für effiziente Kontrollen aus, die sich nicht nur auf die Dokumentation von Pflegemaßnahmen beschränken, sondern vor allem das Wohl und die Gesundheit der Bewohner berücksichtigen.

Der Bezirkstagskandidat Guido Boguslawski aus Bad Reichenhall betonte seine berufliche Erfahrung als Kreisgeschäftsführer des Sozialverbands VdK. „Die Hilfe zur Pflege ist eine der wesentlichen Aufgaben des Bezirks Oberbayern; hier will ich mich einbringen und für Verbesserungen sorgen“, erklärte der 33-jährige Jurist.

In der Diskussion mit den Bewohnern des Seniorenzentrums und Mitgliedern des AWO-Ortsvereins kam das Thema Mindestlohn zur Sprache. „Eine bessere Lohnentwicklung durch einen gesetzlichen Mindestlohn kommt direkt der Renten- und Pflegekasse zugute und ist damit auch für ältere Menschen ein wichtiger sozialer Fortschritt“, führte Guido Boguslawski aus. Roman Niederberger erinnerte an die anfängliche Skepsis der Gewerkschaften: „Nach langen Gesprächen zwischen Deutschem Gewerkschaftsbund, Einzelgewerkschaften und der SPD unterstützen wir nun alle gemeinsam den gesetzlichen Mindestlohn, den es schon heute in den meisten EU-Mitgliedsstaaten gibt“, so der Landtagskandidat.

Um die Finanzierung der Pflege und der anderen Sozialsysteme langfristig zu sichern, sprachen sich beide Kandidaten für das Modell der solidarischen Bürgerversicherung aus. „Wir wollen damit eine gerechte und solide Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme auf Dauer gewährleisten“, erklärte Roman Niederberger.

Nach vielen weiteren Fragen und Diskussionsbeiträgen beendete Margitta Popp die Veranstaltung mit einem Dank an Guido Boguslawski und Roman Niederberger und rief alle Teilnehmer dazu auf, sich weiter zu informieren und am 28. September das Wahlrecht auf jeden Fall zu nutzen.

Foto (von links nach rechts):
Diskutierten mit Bewohnern des Seniorenzentrums und AWO-Mitgliedern:
Roman Niederberger, Guido Boguslawski, Margitta Popp



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