21.09.2008

SPD-Kandidaten zu Gast bei der Lebenshilfe - Roman Niederberger und Franz Gnadl in Oberteisendorf

"Die Menschen hier sind für uns nicht Bewohner einer Einrichtung, sondern Teisendorfer Bürger wie alle anderen auch". Dieses positive Fazit der gelungenen Integration von geistig behinderten Menschen in der Gemeinde zog der 3. Bürgermeister von Teisendorf Georg Quentin bei einem Besuch der Lebenshilfe in Oberteisendorf.

Georg Quentin wurde dort gemeinsam mit den beiden SPD-Landtagskandidaten aus dem Berchtesgadener Land und Traunstein Roman Niederberger und Franz Gnadl von dem Wohnstättenleiter Erwin Lederer begrüßt. Er stellte den Besuchern zunächst die Struktur der Lebenshilfe im Landkreis vor. "Mit den Einrichtungen in Marzoll, Adelstetten, Freilassing, Thundorf und eben Oberteisendorf haben wir nicht nur ein wohnortnahes, sondern auch ein differenziertes Angebot für Menschen mit Behinderung geschaffen", stellte Erwin Lederer dar.

Die meisten Bewohner sind tagsüber in der Pidinger Werkstätte der Lebenshilfe beschäftigt, mit der eine gute Zusammenarbeit besteht, erklärte der Einrichtungsleiter. Von Roman Niederberger nach dem Altersspektrum der Bewohner gefragt, wies er auf die wachsende Bedeutung des Seniorenbereichs bei der Arbeit der Lebenshilfe hin. "Unser ältester Bewohner ist jetzt 77 Jahre alt", so Erwin Lederer.

Mittelfristig setzt sich die Lebenshilfe das Ziel, die restlichen verbliebenen Doppelzimmer aufzulösen und auf Wunsch jedem Bewohner ein Einzelzimmer zur Verfügung zu stellen. "Der Wunsch nach möglichst großer Selbständigkeit und eigenständigem Wohnen ist nicht von einer Behinderung abhängig", erklärte Erwin Lederer. Der Traunsteiner SPD-Landtagskandidat und frühere Bürgermeister von Übersee Franz Gnadl fragte nach der Integration der Bewohner in der Gemeinde. Diese sei nach anfänglichen Vorbehalten sehr positiv verlaufen, zeigten sich der 3. Bürgermeister Georg Quentin und Erwin Lederer einig: "Die Teisendorfer sehen die Wohnstätte der Lebenshilfe als ihre Einrichtung an, deren Be-wohner in das Ortsleben und in die Vereine ganz natürlich einbezogen werden".

Ein wichtiger Eckpfeiler der Arbeit der Lebenshilfe im Landkreis sind die sogenannten Offe-nen Hilfen. Deren Leiter Thomas Küblbeck stellte das breit gefächerte Angebot in diesem Bereich dar, dass vom Familienentlastenden Dienst über den Ambulanten Pflegedienst und die Offene Behindertenarbeit bis zur Kurzzeitpflege reicht. "Durch dieses Angebot ermögli-chen wir den behinderten Menschen nicht nur ein möglichst selbst bestimmtes Leben, son-dern entlasten auch die Pflege- und Sozialkassen", zeigte sich Thomas Küblbeck überzeugt. Die Zusammenarbeit mit dem Bezirk als Kostenträger sei dabei grundsätzlich gut, allerdings würden sich bei einigen Krankenkassen immer wieder Probleme bei der Übernahme von Kosten ergeben. Insgesamt sei der bürokratische Aufwand oft sowohl für Angehörige als auch für die Einrichtungen eine große Hürde.

Zum Schluss des Besuchs kam Erwin Lederer noch auf die Aktion Rollentausch zu spre-chen, bei der politisch aktive Menschen einen Einblick in die Arbeit von Sozialeinrichtungen gewinnen können. SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger, der bereits im Bischofswie-sener INSULA-Pflegeheim eine komplette Schicht im Rahmen dieser Aktion begleitet hatte, sagte spontan zu, auch in Oberteisendorf einen Tag zu verbringen.




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