01.09.2008

Wir brauchen eine politische Lösung - SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger im Gespräch mit dem Schutzverband Fluglärm

Fast ohne Getöse kam man trotz Wahlkampfzeiten bei einem Gespräch des Freilassinger Schutzverbandes gegen Fluglärm mit dem SPD-Kreisvorsitzenden und Landtagskandidaten Roman Niederberger aus. Nur die insgesamt zehn Flugzeuge, die während des Gesprächs im Biergarten der Gaststätte „Schmuggler“ über die Teilnehmer hinweg flogen, sorgten für einigen Lärm.

Der Vorsitzende des Schutzverbandes Dr. Horst Clausen stellte zunächst die Arbeit der Vereinigung vor, die sich seit fast vierzig Jahren für den Schutz der Bevölkerung in Freilassing und im gesamten Landkreis vor Fluglärm einsetzt. „Wir stellen zwar durchaus politische Forderungen. Wir gehen damit aber auf alle Gruppierungen und Parteien zu“, erklärte Dr. Clausen. Dem Verband gehe es darum, vor Ort eine möglichst breite Basis für den Schutz vor Fluglärm zu bilden.

Uwe Paschke erinnerte an das große Engagement des früheren SPD-Landtagsabgeordneten Gustav Starzmann für die Ziele des Verbandes: „Wir wollen mit diesem Gespräch auch wieder an diese Zeit anknüpfen“. Den wichtigsten Hebel für eine Verbesserung der Situation sahen die Vertreter des Schutzverbandes in einer Überarbeitung des Staatsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich. „Es hat sich enorm viel geändert, seitdem dieser Vertrag in Kraft getreten ist. Allein der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union schafft völlig neue Voraussetzungen“, zeigte sich der ehemalige Vorstand und Vertreter des Schutzverbandes in der Fluglärmkommission Johann Huber überzeugt.

„Die direkten Verhandlungen mit dem Flughafen Salzburg haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht zu einem Erfolg geführt. Die Belastungen sind stattdessen trotz des Engagements der Fluglärmkommission stetig angestiegen“, führte Dr. Clausen aus. Der Fluglärm wirke sich zwischenzeitlich neben der Lebensqualität nun auch entscheidend auf Grundstückspreise und Mieten und damit die allgemeine Attraktivität der Stadt Freilassing aus. Es ginge nicht um einen Kampf gegen den Flughafen, sondern um eine Reduzierung und gerechte Verteilung der Lasten. Dafür setze man nun verstärkt auf die Politik.

Er sei gerne bereit, die Anliegen des Schutzverbandes zu unterstützen, erklärte Roman Niederberger und erinnerte an das Engagement der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler für den Schutz vor Fluglärm. „Ich würde sehr gerne ab Herbst als frisch gewählter SPD-Landtagsabgeordneter für unseren Stimmkreis für zusätzlichen Schwung und Druck bei diesem Thema sorgen“, so Roman Niederberger. Als SPD-Kreisvorsitzender im Berchtesgadener Land setze er sich nicht nur für den regionalen Schulterschluss in Sachen Fluglärm ein. „Wir müssen den Schutz vor Fluglärm immer wieder gezielt bei den Ministerien auf Bundes- und Landesebene einbringen“, meinte der Landtagskandidat.

Dieses Angebot griff Dr. Horst Clausen im Namen des Schutzverbandes auch gleich auf: „Die Deutsche Flugsicherung (DFS) veröffentlicht seit einiger Zeit mit Hilfe des sogenannten STANLY-Track-Systems Flugspuren im Internet, unter anderem auch vom Flughafen Zürich. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Informationen auch im Grenzgebiet zum Flughafen Salzburg zur Verfügung gestellt werden“, so Dr. Clausen. Man habe sich deswegen bereits schriftlich an die DFS gewandt und hoffe nun auf Unterstützung durch das Bundesverkehrsministerium.
Roman Niederberger sagte zu, dieses Thema bei einem für Anfang September geplanten Besuch der Parlamentarischen Staatssekretärin Karin Roth in der Region anzusprechen, um die Forderung des Schutzverbandes zu unterstützen. Allgemein war er sich mit den Vertretern des Schutzverbandes einig, dass auf längere Sicht der Flugverkehr vor allem auf kurzen Strecken keine Zukunft mehr habe. „Wir brauchen stattdessen ein gut ausgebautes Schienennetz mit schnellen Verbindungen zwischen den Großstädten und attraktiven Anschlüssen in der Region“, zeigte man sich zum Schluss des Gesprächs einig.





zurück