13.08.2008

Den Menschen in den Mittelpunkt stellen - SPD zu Besuch im Haus Waldeck

Landshut, Mühldorf, Duisburg, Dortmund, München und Berchtesgaden – aus allen Teilen der Republik kommen die Schützlinge von Kerstin Kranz. Die Diakonin und Erzieherin betreibt gemeinsam mit ihrem Ehemann die Heilpädagogische Jugendhilfe im Haus Waldeck in Schönau am Königssee. Bei einem Besuch informierten sich SPD-Gemeinderat Wolfgang Grimm und der Landtagskandidat Roman Niederberger über die Arbeit der Einrichtung, die bereits seit 1975 besteht.

Insgesamt mit 4,75 Erzieherstellen ist das Haus Waldeck ausgestattet, in dem maximal neun Jugendliche betreut werden können. Derzeit ist die Einrichtung mit sieben Bewohnern zwischen acht und 19 Jahren belegt, erklärte Kerstin Kranz Ihren Besuchern. SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger erkundigte sich nach der schulischen Perspektive der jungen Menschen. „Unsere Bewohner besuchen in fast allen Fällen ganz normal die Regelschule, die meisten von ihnen also die Hauptschule in Berchtesgaden“, stellte die Heimleiterin dar. Dabei sei ihr sehr an einer guten Zusammenarbeit mit den Lehrern gelegen, so Kerstin Kranz. In schwierigen Fällen sei man gerne bereit, die eigenen Erzieher auch für die pädagogische Unterstützung der Bewohner im Unterricht einzusetzen.

„Wir stellen bei unserer Arbeit den Menschen in den Mittelpunkt“, führte die Leiterin der Einrichtung aus. Mit diesem Ansatz sei es immer wieder gelungen, selbst Jugendliche mit großen Problemen zu einem Hauptschulabschluss zu führen oder selbst ohne Abschluss einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Viele der Jugendlichen kommen aus einem Elternhaus mit Migrationshintergrund und haben Schwierigkeiten mit der Integration in Deutschland. Dies sei ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit, für den sie auch eine eigene Ausbildung als interkulturelle Trainerin absolviert hat, erklärte Kerstin Kranz.

SPD-Gemeinderatsmitglied Wolfgang Grimm interessierte sich für die Resonanz, die das Haus Waldeck bei den Bürgern in der Schönau findet. Es gebe kaum Vorbehalte gegenüber den Jugendlichen aus der Einrichtung, antwortete Kerstin Kranz. Sie selbst habe als „Alteingesessene“ sehr gute Kontakte in der Gemeinde und werde von vielen Schönauern in ihrer Arbeit unterstützt. Hin und wieder gebe es zwar noch allgemeine Vorurteile über die Arbeit von Einrichtungen der Jugendhilfe, aber diese ließen sich leicht widerlegen: „Einfach vorbeikommen, anschauen und sich selbst ein Bild machen“, lautet das Angebot der Leiterin.

Von Roman Niederberger auf die Finanzierung der Einrichtung angesprochen, erklärte Kers-tin Kranz, dass diese teilweise durch das zuständige Jugendamt, teilweise aber auch durch die Eltern oder, wenn sie bereits eigene Einnahmen haben, durch die Bewohner selbst erfolgt. Insgesamt liege man im Vergleich mit anderen heilpädagogischen Jugendeinrichtungen im
unteren Mittelfeld bei den Kosten.

Auf lange Sicht sei es nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit, sondern lohne es sich für den Staat auch finanziell, den betreuten Kindern und Jugendlichen auf diese Weise eine neue hance zu ermöglichen, stellte der SPD-Landtagskandidat fest. Wichtig sei in der Jugendhilfe vor allem eine frühe Förderung und damit eine gute Präventionsarbeit, war er sich mit Kerstin Kranz einig.

Wolfgang Grimm kam in diesem Zusammenhang auf sein neues Amt als Familienreferent der Gemeinde Schönau am Köngissee zu sprechen. Er begreife diese Aufgabe auch als sozialen Auftrag. „Wir können auch ohne riesige finanzielle Mittel vieles für die Kinder und Familien in der Schönau bewegen“, zeigte er sich überzeugt.

Zum Abschluss des Besuchs bedankte sich Kerstin Kranz für das Interesse am Kinderheim Waldeck und bot ihre Zusammenarbeit auch für Projekte in der Gemeinde an.

Foto (von links nach rechts):
Diakonin Kerstin Kranz, SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger, SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Familienreferent der Gemeinde Schönau am Königssee Wolfgang Grimm




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