11.08.2008

Planungssicherheit trotz Verkauf der Bahnhofsgebäude - Bahnpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion besucht Bahnhof Fridolfing

„Ein echter Eisenbahner bekommt da strahlende Augen“. So begeistert zeigte sich der bahnpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Martin Burkert von der alten, aber voll funktionsfähigen Einrichtung des Fridolfinger Bahnhofs. Auf Einladung der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler besuchte ihr Nürnberger Fratkionskollege gemeinsam mit den beiden SPD-Landtagskandidaten Roman Niederberger und Franz Gnadl den kleinen Bahnhof. Im Gespräch mit Bürgermeister Hans Schild informierten sich die Besucher über die Zukunft des an einen privaten Investor verkauften Bahnhofsgebäudes.

„Wir können bis jetzt nichts Negatives berichten“, stellte der Fridolfinger Bürgermeister die bisherigen Erfahrungen mit dem privaten Investor dar, der in einem Gesamtpaket das Bahnhofsgebäude in Fridolfing und vielen anderen Ortschaften von der Deutschen Bahn erworben hat. Entscheidend sei für ihn, dass die Nutzung des Bahnhofs auch notariell auf Dauer gesichert ist, erklärte Hans Schild. Bärbel Kofler und Martin Burkert sagten ihm zu, sich in Berlin näher zu informieren und gemeinsam für eine Lösung einzusetzen, bei der die Gemeinden und Städte auch auf lange Sicht Planungssicherheit haben.

Auf Nachfrage des Traunsteiner SPD-Landtagskandidaten Franz Gnadl betonte der Fridolfinger Bürgermeister die Bedeutung des Bahnhofs, der im Ortsteil Götzing liegt. „Wir planen hier zwar keine größere bauliche Entwicklung, aber nicht nur für Pendler ist der Erhalt dieser Haltestelle sehr wichtig. Mit dem vor einem Jahr endgültig fertiggestellten Radweg haben wir die Attraktivität des Bahnhofs zusätzlich gestärkt“, erklärte der Bürgermeister.

Einig zeigten sich die Besucher in der Forderung nach einem attraktiven öffentlichen Verkehrssystem auch in ländlichen Gebieten. „Mobilität wird bei steigenden Energiepreisen immer mehr zu einer sozialen Frage. Deswegen müssen wir das bisherige Angebot erhalten und ausbauen“, zeigte sich der SPD-Landtagskandidat aus dem Berchtesgadener Land Roman Niederberger überzeugt. Bärbel Kofler und Martin Burkert wiesen auf ihr langjähriges Engagement für den Ausbau der Bahnstrecke München – Mühldorf – Freilassing hin. „Damit verlagern wir nicht nur den Güterverkehr auf die Schiene, sondern schaffen auch eine bessere Anbindung für alle Bahnfahrer auf dieser Strecke“, stellten die beiden Abgeordneten dar.

Die Besucher konnten auch einen kurzen Blick in das Stellwerk des Fridolfinger Bahnhofs werfen. Martin Burkert, der selbst von 1983 bis 1990 bei der Deutschen Bahn und danach als hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär bei TRANSNET beschäftigt war, geriet angesichts der Einrichtung ins Schwärmen. „So etwas können Sie anderswo nur noch in Ausstellungen bewundern, trotzdem funktioniert die Anlage auch heute noch gut und zuverlässig“, meinte der bahnpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene alles dafür tun, damit solche Bahnhöfe auf Dauer eine Zukunft haben“, erklärte Martin Burkert zum Abschluss des Besuches.

Zu Besuch im Bahnhof Fridolfing (von links nach rechts):
Dr. Bärbel Kofler, MdB, Martin Burkert, MdB, SPD-Landtagskanidat Roman Niederberger, SPD-Landtagskandidat Franz Gnadl, Bürgermeister Hans Schild und der Vorsitzende der SPD Fridolfing Horst Endlmaier.




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