15.07.2008

Für einen würdigen Umgang mit pflegebedürftigen Menschen – SPD zu Besuch in der Diakoniestation Laufen

Die Träger der häuslichen Pflege stärken und Betroffene und Angehörige von Bürokratie entlasten, um dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ Geltung zu verschaffen: auf diesen gemeinsamen Nenner kamen Vertreter von SPD und Diakonie bei einem Besuch der Pflegestation in Laufen.

Zu Gast in der Diakoniestation waren SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger und Bezirkstagskandidat Guido Boguslawski gemeinsam mit den SPD-Kommunalpolitikern Gerti Spitzauer und Isabella Zuckschwerdt aus Laufen und Dr. Klaus Koch aus Saaldorf-Surheim. Begrüßt wurden sie dort von der Leiterin des Pflegedienstes Andrea Breintner, die derzeit drei Stationen der Diakonie in Laufen, Bad Reichenhall und Freilassing betreut.

Organisiert wurde der Besuch von der Laufener SPD-Ortsvorsitzenden Gerti Spitzauer, die zunächst von ihren eigenen Erlebnissen und Schwierigkeiten mit der Pflege eines Angehörigen zuhause berichtete. Nach der Begrüßung übergab sie das Wort an Andrea Breintner, die zunächst die Station in Laufen vorstellte. Dort werden aktuell 68 pflegebedürftige Menschen aus dem Bereich Saaldorf-Surheim und Laufen von insgesamt 22 Beschäftigten betreut. Zusätzlich bietet die Diakonie Essen auf Rädern und hauswirtschaftliche Versorgung an.

Für große Schwierigkeiten bei diesen wichtigen Aufgaben sorgt die Tatsache, dass seit Einführung der Pflegeversicherung im Jahre 1995 die Gebührensätze im Wesentlichen nicht mehr angepasst wurden. „Wir haben ständig steigende Aufwendungen durch höhere Energiepreise und wachsende Personalkosten, können diese aber nicht in Rechnung stellen und gegenfinanzieren“, erklärte Andrea Breintner.

SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger wies auf die nun erfolgte Erhöhung der Leistungen der Pflegeversicherung zum 1. Juli 2008 hin. Dies sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, so die Pflegedienstleiterin. Diese Mittel kommen aber nur dann auch bei den Trägern der heimischen Pflege an, wenn mit den Kassen erfolgreich über höhere Gebühren verhandelt wird – „und da bin ich eher pessimistisch“, meinte Andrea Breintner.

Für einige betroffene Menschen und ihre Angehörigen stellt ein großes Problem die Einstufung der Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) dar. „Die Entscheidungen, die hier getroffen werden, sind vielfach nicht nachzuvollziehen“, kritisierte Gerti Spitzauer. Bezirkstagskandidat Guido Boguslawski berichtete aus seiner beruflichen Erfahrung als Geschäftsführer des Sozialverbands VdK im Landkreis über eine Reihe von erfolgreich geführten Klageverfahren gegen zu niedrige Einstufungen. Die Politik sei hier gefordert, Bürokratie abzubauen und für einen fairen Umgang miteinander zu sorgen, so der SPD-Bezirkstagskandidat.

Der würdevolle Umgang mit pflegebedürftigen Menschen in Heimen und zuhause sei eine Form der christlichen Nächstenliebe, ergänzte Dr. Klaus Koch, der im Rahmen seines Engagements in der evangelischen Kirche diese Thematik verstärkt ansprechen will.

Es gehe darum, dem sinnvollen Grundsatz „ambulant vor stationär“ in der Pflege Geltung zu verschaffen, zeigten sich die Besucher von der SPD und die Pflegedienstleiterin einig. Dazu brauche man auf Dauer die notwendigen Mittel, die dann auch der Kostenentwicklung angepasst werden müssen. Roman Niederberger erinnerte in diesem Zusammenhang an das Konzept der Bürgerversicherung, dass die SPD auch im Bereich der Pflegeversicherung umsetzen will.

„Wenn wir auch in Zukunft motivierte Fachkräfte haben wollen, geht das nicht zum Nulltarif. Wir wollen aber die gute Qualität unserer Arbeit erhalten“, stellte Andrea Breintner zum Schluss des Gesprächs fest und bedankte sich abschließend bei ihren Besuchen für das Interesse an der Arbeit der Diakonie.

Bild:
Die SPD zu Besuch in der Diakoniestation Laufen (von links nach rechts):
Andrea Breintner, Roman Niederberger, Gerti Spitzauer, Guido Boguslawski, Isabella Zuckschwerdt




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