30.06.2008

Karlsgymnasium als humanistische Schule erhalten und stärken

Wird am Karlsgymnasium auch in Zukunft Alt-Griechisch unterrichtet? Eine Elterninitiative setzt sich dafür ein, dieses Angebot am Bad Reichenhaller Gymnasium zu erhalten. Noch vor den Ferien soll deshalb ein Verein gegründet werden, der den Erhalt des humanistischen Ausbildungszweigs am Karlsgymnasium zum Ziel hat. Nachdem man sich vor kurzem an die Öffentlichkeit gewandt hat, trafen sich nun zwei Vertreter der Initiative mit dem Vorsitzenden der SPD Bad Reichenhall Guido Boguslawski und SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger zu einem Meinungsaustausch.

„Wir wollen, dass die seit mehr als 40 Jahren am Karlsgymnasium bestehende Tradition als humanistische Schule mit einem vielfältigen Angebot erhalten und gestärkt wird“, erläuterte Brigitte Malik die Zielsetzung der Elterninitiative. Mit diesem Anliegen habe man sich nach intensiven Gesprächen mit der Schulleitung zunächst an das Kultusministerium und nun auch an Öffentlichkeit und Politik gewandt.

Dr. Franz Häusler wies darauf hin, dass es erklärte Zielsetzung des Kultusministeriums sei, den Unterricht in Alt-Griechisch zu erhalten und sogar auszubauen. Deswegen gebe es auch das Angebot aus München, die Hälfte der zusätzlich erforderlichen Stunden zu übernehmen. „Wir wollen mit unserer Initiative niemand etwas wegnehmen, sondern ein vielfältiges Angebot am Karlsgymnasium für alle Schülerinnen und Schüler erhalten“, so Dr. Häusler.

„Über viele Jahre hat man sich auch unter schwierigeren Umständen und mit weniger Interessenten zum Karlsgymnasiums als humanistische Schule bekannt. Es ist für uns unverständlich, warum man nun den wichtigen Baustein Alt-Griechisch aufgeben will“, führten die beiden Vertreter der Elterninitiative aus.

Im Gespräch zeigte sich der SPD-Ortsvorsitzende und Bezirkstagskandidat Guido Boguslawski davon überzeugt, dass es Stadt und Schule nur nutzen kann, das humanistische Profil des Karlsgymnasiums zu stärken. „Kleinere Klassen und ein vielfältiges Angebot dürfen an unseren Schulen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, stellte SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger fest. Er war sich mit Dr. Häusler darin einig, dass Bildung auch in Zeiten des achtstufigen Gymnasiums nicht allein auf wirtschaftliche Verwertbarkeit abzielen dürfe. Vielmehr sei gerade ein Gymnasium dazu aufgerufen, Bildungsinhalte um ihres Wertes willen zu vermitteln und nicht nur wegen ihres Nutzens, meinte Dr. Häusler. „An jeder Schule, aber besonders an den Gymnasien gilt das Ziel einer umfassenden Bildung, die das Interesse an allen Aspekten unserer Gesellschaft weckt. Die Bildungspolitik darf eben nicht nur die optimale Vorbereitung aufs Arbeitsleben in den Mittelpunkt stellen“, so der Landtagskandidat aus Piding.

Zum Abschluss des Treffens sagten die SPD-Vertreter zu, bei der Suche nach prominenten Fürsprechern für den nun neu gegründeten Förderverein zu helfen und wünschten der Elterninitiative viel Erfolg für ihr Anliegen.




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