26.06.2013

Erfolgsmodell Wirtshausgenossenschaft

Bild: Dorfwirtschaft Asten
Bundestagsabgeordnete und Landtagskandidat zu Besuch in der Dorfwirtschaft Asten
Bis ins südliche Westfalen hat sich der Erfolg der Wirtshausgenossenschaft Asten inzwischen herumgesprochen. Willi Brase, Bundestagsabgeordneter aus Siegen-Wittgenstein, bat daher seine Kollegin Dr. Bärbel Kofler aus Traunstein, „doch mal einen Termin zu vereinbaren, weil wir in unseren Dörfern schon lang nicht mehr wie selbstverständlich die Strukturen Kirche-Wirtshaus-Dorfladen-Kindergarten-Arbeitsplätze aufrecht erhalten können“, wie sich MdB Brase bei seinem Besuch in Asten ausdrückte. Gemeinsam mit dem SPD-Landtagskandidaten Roman Niederberger besuchten die beiden Bundestagsabgeordneten die wunderschön im Ortsteil Asten in Tittmoning gelegene Dorfwirtschaft.

Der Besuchsanfrage kam man vor Ort gerne nach, wie Aufsichtsratsvorsitzende Maria Kellner betonte. Stadtrat Willy Böhm beschrieb anschaulich die Arbeit der Projektgruppe, die mit einem unglaublichen ehrenamtlichen Einsatz von ca. 15.000 Arbeitsstunden ihr Konzept einer funktionierenden Dorfwirtschaft in die Tat umsetzte. Bürgermeisterin Maria Kellner gab einen Einblick in das Genossenschaftsmodell, in der inzwischen über 500 Mitglieder organisiert und der finanzielle Grundstock für ein erfolgreiches Wirtschaften gelegt wurde. Ihr Stadtratskollege Dirk Reichenau betonte, daß der gesamte Tittmoninger Stadtrat hinter diesem Projekt stehe, da man für benötigte Kredite bürge, die Zuschüsse des Freistaates beantragt habe und die Außenanlagen als öffentlichen Platz gestaltet und finanziert habe.

MdB Willi Brase, Mitglied des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, zeigte sich sehr beeindruckt von dem Engagement der Astener, fand die Beteiligung aller Vereine beim Wirtshausprojekt bemerkenswert („Das ist nicht überall so.“) und konnte sich im Biergarten „gar nicht satt sehen“ beim Blick ins Salzachtal. „Man muß ein schlüssiges Konzept haben“, betonte Brase, um die drohende Abwanderung von jungen Menschen entgegen zu wirken. Gute Ausbildung und Arbeitsplätze vor Ort, so daß junge Familien eine Perspektive haben. „Das ist im ländlich geprägten südlichen Westfalen (die drittstärkste Industrieregion Deutschlands, aus der Willi Brase kommt) ebenso wie hier in Oberbayern.“

Das die Dorfwirtschaft Asten etwas besonderes ist, kann man auch in der Maiausgabe des Bayerischen Staatsanzeigers (3. Mai 2013, Nr.18) nachlesen. Unter der Überschrift „Bürger retten Wirtshäuser“ wird beschrieben, daß nur noch jede dritte bayerische Gemeinde ein eigenes Wirtshaus hat. Bisher konnte dieser negative Trend nur in Feldwies (Übersee) und eben in Asten „umgedreht“ werden.


(Foto)

Hatten beim Meinungsaustausch in der frisch sanierten Astener Dorfwirtschaft sichtlich ihren Spaß: die Traunsteiner Wahlkreisabgeordnete Dr. Bärbel Kofler, ihr Bundestagskollege aus Siegen, Willi Brase, Stadt- und Kreisrat Dirk Reichenau, SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger aus Piding und die Vorsitzende des Aufsichtsrat der Genossenschaft, Tittmonings stellvertretende Bürgermeisterin Maria Kellner.


Ländlicher Raum Tittmoning 

zurück