05.05.2008

Die Problemzonen der CSU: Arbeitskreis Hohn und Spott der SPD-Landtagsfraktion im Traunsteiner Nuts

Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag hat eine Vielzahl von Arbeitskreisen. Ein ganz besonderer davon war vor kurzem zu Besuch im Traunsteiner „Nuts“: der AK Hohn und Spott. Fünf Landtagsabgeordnete haben sich zu einer eigenen Kabaretttruppe zusammengeschlossen und ziehen mit großem Erfolg übers Land.

Auch im „Nuts“ konnte der SPD-Landtagskandidat Franz Gnadl auf einen vollbesetzten Saal blicken. In seiner Begrüßung hieß er als Freunde des bissigen Kabaretts unter anderem den stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser und die SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Traudl Wiesholer-Niederlöhner willkommen.

Als Kollegen aus dem Berchtesgadener Land begrüßte Franz Gnadl den dortigen SPD-Landtagskandidaten Roman Niederberger, der einige Worte zu dem guten Zweck der Veranstaltung sagte. „Kostenlos, aber nicht umsonst“ sei der Abend, so Niederberger und rief alle Besucher zu Spenden zugunsten der Obdachlosenhilfe der Traunsteiner Arbeiterwohlfahrt auf.

Und dann stellte der AK Hohn und Spott unter Beweis, warum mehr als 2.000 Besucher in sechs Veranstaltung sich ihre Vorstellung mit Begeisterung angesehen haben: Ob Rauchverbot, Landesbank, Transrapid oder Steuerschlupflöcher – die Truppe ließ kein Thema der bayerischen Landespolitik aus und nahm die „Problemzonen der CSU“ scharf aufs Korn.

Als Putzfrau im Landtag betätigte sich beispielsweise die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Johanna Werner-Muggendorfer. Sie lobte die Fähigkeiten ihres Fraktionschefs Franz Maget und zeigte sich verwundert über die Kritik, die ihm bisweilen entgegen schlägt: „Und wenn der Maget über das Wasser gehen könnte, dann würden sie noch sagen: Ja kann denn der nicht schwimmen!" Und in der Bildungspolitik gäbe es nun neue Pisa-Aufgaben. „Wie viele Transrapid muss Bayern jährlich einsparen, um die
Landesbankverluste auszugleichen?"

Als Landtags-Philosoph prophezeite Wolfgang Vogel aus Erlangen nach der Diskussion über das Rauchverbot die Folgen der nächsten Wahlschlappe der CSU: „Wenn die CSU noch eine Wahl verliert, dann darf man in Bayern auch wieder besoffen Auto fahren."

Gudrun Peters aus Deggendorf sorgte zwischen den gemeinsamen Auftritten im Publikum für Erfrischungen und schonte mit ihren bissigen Bemerkungen auch die eigene Partei nicht Einen echten Höhepunkte bildete der Auftritt der Kronacher Landtagsabgeordneten Christa Steiger, die als Türkin Ayshe gerne einen deutschen Pass hätte, dabei aber auf zahlreiche Hindernisse stößt.

Als musikalischer Frontmann mit echter Begabung zum Rocker zeigte sich Dr. Linus Förster, der mit Gitarre die Couplets der Truppe begleitete und auch Solo-Auftritte hinlegte. Mit begeistertem Klatschen begleitete das Publikum das Lied „Drum wählt sie ab!“, dass der Landtagsabgeordnete aus Augsburg auf die Melodie von „I will survive“ von Gloria Gaynor getextet hat. Die Neudichtung ist für Interessierte auf der Internetseite des Landtagskandidaten Roman Niederberger www.roman-niederberger.de nachzulesen.

Mit großem Beifall und großzügigen Spenden klang schließlich der Abend mit dem Arbeitskreis Hohn und Spott aus, nachdem die fünf Polit-Kabarettisten noch gemeinsam „Viva Bavaria“ erschallen ließen.

Hier also "Drum wählt sie ab!" im Originaltext:
Wenn sich die Landesbank im Größenwahn verspekuliert
und der Huber dann im Landtag lügt - ganz ungeniert.
Obwohl er Aufsichtsrat sich nennt
hat die Aufsicht er verpennt
steht nun da im letzten Hemd
doch ein Rücktritt ist ihm fremd.

Von Milliarden, die verloren, spricht die Börsenwelt.
Ach wie dringend bräuchte Bayern doch nun dies Geld!
Unsre Unis gehn am Stock,
Jugendarbeit hängt am Tropf.
Das G 8 ist eine Qual,
Kinderarmut - ein Skandal!

Drum wählt sie ab!
Macht endlich Schluss!
50 Jahre ist genug, bringt den Menschen nur Verdruss.
Unser Land verdient viel Bess´res
als nur Filz und Trickserein.
Unser Land ist viel zu bunt
um auf Dauer schwarz zu sein!







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