05.07.2017

Neue Wege zur Nachhaltigkeit im Bergsteigerdorf Ramsau

Bild: Rehlegg
SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn informierte sich bei Gesprächsrunde im Hotel Rehlegg
Neue Wege zu einem nachhaltigen Wirtschaften und einem naturverträglichen Tourismus im Bergsteigerdorf Ramsau: um dieses zentrale Thema drehte sich eine Diskussionsrunde im Hotel Rehlegg, bei der sich der SPD-Landtagsabgeordnete und Umweltexperte Florian von Brunn mit heimischen Tourismusfachleuten und Kommunalpolitikern austauschte.

Begrüßt wurde der Münchner Abgeordnete vom 2. Bürgermeister und Leiter der Bergwacht Ramsau, Rudi Fendt, der einen kurzen Überblick über die besondere Situation seiner Gemeinde mit 1.750 Einwohnern, über 350.000 Übernachtungen jährlich und dem einzigen Alpennationalpark in Deutschland gab. Er nutzte die Gelegenheit, um die Kritik an der nach wie vor mangelhaften finanziellen Ausstattung des Nationalparks zu erneuern und auf das Engagement der Bergwacht mit jährlich zwischen 70 und 100 Einsätzen hinzuweisen.

Fritz Rasp, der seit über 30 Jahren Tourismus-Chef in der Ramsau ist, zeigte sich erstaunt über die positive Entwicklung, seitdem seine Gemeinde 2015 als erste Kommune den Titel „Bergsteigerdorf“ verliehen bekommen hat. „Wir erarbeiten unsere Strategie für den Tourismus unter den Gegebenheiten des Klimawandels und arbeiten damit eng mit Biosphärenregion, Nationalpark und Alpenverein zusammen“, berichtete er.

Johannes Lichtmannegger, der Leiter des Hotels Rehlegg, stellte anschließend sein Konzept für die konsequente Verwendung regionaler Produkte in Gastronomie und Hotellerie vor. Insbesondere die Zucht des in Bayern 1907 bereits ausgestorbenen schwarzen Alpenschweins und die Verwendung des „Laufener Landweizens“ für einen eigenen Weizenbock habe überregional große Aufmerksamkeit erzeugt. Aber auch bei der Energieversorgung setzt man mit zwei Solarthermie- und zwei Photovoltaikanlagen sowie zwei Blockheizkraftwerken auf nachhaltige Lösungen.

Einig waren sich die Kommunalpolitiker und Touristiker in der Runde in der Forderung nach einer weiteren Verbesserung des Angebots öffentlicher Verkehrsmittel im südlichen Landkreis. Der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger sprach sich für eine Beschleunigung und Taktverdichtung auf der Bahnlinie zwischen Berchtesgaden und Bad Reichenhall aus. Der 2. Bürgermeister von Berchtesgaden Bartl Mittner und der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner bekannten sich zu einer Fortführung des zwischenzeitlich gut eingeführten Rufbus-Angebots im südlichen Berchtesgadener Land und forderten eine konsequente Weiterentwicklung des noch lückenhaften Radwegenetzes.

Florian von Brunn zeigte sich zum Abschluss des Treffens beeindruckt von den vielfältigen Aktivitäten und innovativen Ansätzen, die sich rund um den Titel „Bergsteigerdorf“ entwickelt haben. „Ich sehe darin eine konsequente und sinnvolle Fortentwicklung des Prozesses, der in der bayerischen Landespolitik 1972 mit der Verabschiedung des Alpenplans begonnen wurde“, so der Landtagsabgeordnete aus Sendling.

Foto „Rehlegg“: Die Teilnehmer der Diskussionsrunde vor dem Hotel „Rehlegg“ (von links nach rechts):
Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender, Kreisrat), Florian von Brunn, MdL, Rudi Fendt (2. Bürgermeister Ramsau), Johannes Lichtmannegger (Leiter Hotel Rehlegg), Bartl Mittner (2. Bürgermeister Berchtesgaden, Kreisrat), Hans Metzenleitner (Sprecher SPD-Kreistagsfraktion), Fritz Rasp (Tourismusleiter Gemeinde Ramsau)


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