AWO-Seniorenzentrum Bürgerstift, Freilassing

Bild: AWO Bürgerstift Freilassing
„Schichtdienst von 06.30 bis 14.30 Uhr: Waschen, Baden, Anziehen, Essen eingeben, Betten machen und alle anderen Tätigkeiten – es gab keine Schonzeit“. So fasste Norbert Schulz, der Leiter des Seniorenzentrums Bürgerstift der Arbeiterwohlfahrt in Freilassing den Einsatz des SPD-Kreisvorsitzenden Roman Niederberger in der Einrichtung zusammen. Als Auftakt der Aktionswoche Pflege und Gesundheit des SPD-Kreisverbandes war die Freilassinger Stadt- und Kreisrätin Margitta Popp im AWO-Seniorenzentrum in Laufen aktiv, während Roman Niederberger im Wohnbereich 4 des Freilassinger Bürgerstifts eingesetzt war.

Bei einem anschließenden Pressegespräch fassten die heimischen Sozialdemokraten ihre Eindrücke zusammen und stellten auch die politischen Forderungen der SPD für den Bereich Pflege und Gesundheit dar. „Die Beschäftigten sind mit sehr großem persönlichen Engagement tätig, aber die Zeit ist immer knapp“, berichtete Margitta Popp. Grund dafür seien die zu knapp bemessenen Pflegesätze, die einen sehr engen Rahmen vorgeben, wenn kein Defizit bei der Einrichtung entstehen soll, erklärte Norbert Schulz.

„Die auf Pflege angewiesenen Menschen und ihre Angehörigen, aber auch die Beschäftigten in diesem Bereich brauchen für ihre Anliegen eine starke Stimme in der Politik“, erklärte Roman Niederberger. Dies sei einer der Gründe, warum die SPD sich im Landkreis so aktiv an der bundesweiten Aktion zum Thema Gesundheit und Pflege beteiligt. „Wir wollen die Erfahrungen dieser echten Experten in die Politik auf allen Ebenen einbringen, denn sie sind unmittelbar von deren Entscheidungen betroffen“, so der SPD-Kreisvorsitzende.

„Verbesserungen im Pflegebereich gibt es nicht umsonst, also brauchen wir eine solide und solidarische Finanzierung“, waren sich Margitta Popp und Roman Niederberger einig. Statt den von der Bundesregierung geplanten Zusatzbeiträgen, die nur von den Arbeitnehmern getragen werden, sprachen sie sich für die Einführung der Bürgerversicherung aus, die einkommensabhängige Beiträge für alle Bürgerinnen und Bürger vorsieht. „Nur so wird sich auf Dauer ein gutes Gesundheits- und Pflegesystem gerecht finanzieren lassen“, sind die Sozialdemokraten überzeugt.

Auf die hohen Anforderungen, die an Qualität und Dokumentation der Arbeit in den Pflegeheimen gestellt werden, erinnerte der Freilassinger AWO-Pflegeleiter Andreas Achmed Weis. „Aufgrund der Beweislastumkehr gilt: was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht geschehen“. Deswegen werde viel Zeit für Schreibarbeiten aufgewendet, die dann beim Dienst am Bewohner fehle.

Ein gutes Zeugnis stellten die Pfleger vom Wohnbereich 4 ihrem Praktikanten für einen Tag aus, erklärte Norbert Schulz zum Ende des Pressegesprächs. „Die Kolleginnen haben mir gesagt, der Roman Niederberger hat voll mitgearbeitet und war gut zu brauchen“, meinte der Leiter des Bürgerstifts Freilassing. Auf die Frage eines Journalisten, was er neben politischen Erkenntnissen Neues im Seniorenzentrum gelernt habe, antwortete er kurz und bündig: „Pass auf Deine Bandscheibe auf!“. Fast jede Tätigkeit im Pflegebereich sei belastend für den Rücken, weswegen man genau auf die richtigen Bewegungsabläufe achten müsse.

Foto: Roman Niederberger mit den Altenpflegerinnen vom Wohnbereich 4 im AWO-Seniorenzentrum Bürgerstift Freilassing (von links nach rechts):
Andreas Rosenberger, Roman Niederberger, Helene Sommer