Seniorenwohn- und Pflegezentrum INSULA, Bischofswiesen

Bild: INSULA
Im Vorfeld des Praktikums: Gespräch mit Mitarbeitern der INSULA. Mit dabei: Hans Metzenleitner und Guido Boguslawski
"Dann kommen Sie einfach mal einen Tag zu uns und machen eine Schicht mit". Auf dieses Angebot des Leiters des Seniorenwohn- und pflegeheims INSULA in Bischofswiesen Ralf Hopmann kam am vergangenen Freitag der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger zurück und machte sich vor Ort ein Bild über die Situation von Bewohnern und Beschäftigten in der Altenhilfeeinrichtung.

Pünktlich zum Schichtbeginn um 06.30 Uhr meldete sich der 35-jährige Pidinger bei Pflegedienstleiterin Roswitha Hahn zum Einsatz. Sie teilte den SPD-Landtagskandidaten der Station 5 b zu, deren Pflegerinnen er den ganzen Tag begleitete.

Von der Verteilung des Frühstücks über die Hilfe beim Aufstehen bis zur persönlichen Hygiene: in der Altenpflege sei man den ganzen Tag auf den Beinen und voll im Einsatz, so Roman Niederberger. Er zeigte sich beeindruckt von dem persönlichen Engagement des Personals in der INSULA: "Obwohl die Zeit eigentlich immer knapp ist, bemühen sich alle um einen respektvollen und liebevollen Umgang mit den Bewohnern".

"Fast jeder Handgriff muss schriftlich festgehalten werden. Diese Zeit fehlt dann natürlich für die Betreuung der Bewohner", stellte der SPD-Kreisvorsitzende fest. Die Politik müsse hier an Lösungen arbeiten, die eine vernünftige und effiziente Kontrolle ohne überbordende Bürokratie ermöglichen. Hohen Respekt habe er besonders vor den älteren Beschäftigten, die sich neu auf die Dokumentation am PC einstellen mussten. Auch körperlich müsse in der Altenpflege viel geleistet werden. "Selbst wenn alle Anweisungen zum richtigen Heben beachtet werden, ist es trotzdem eine für den Rücken sehr belastende Tätigkeit", stellte Roman Niederberger fest. Er sieht darin eine Bestätigung für die Initiative der SPD, für solche Berufe flexiblere Lösungen beim Übergang in die Rente zu ermöglichen.

Von der Qualität der Verpflegung konnte sich der Besucher beim Mittagessen überzeugen. "Es ist zwar etwas ungewohnt, seine Mahlzeit schon in kleinen Stücken vorgeschnitten zu bekommen, aber geschmeckt hat es auf alle Fälle", so Niederberger.

Der Sozialdemokrat nahm auch an einer Gruppenstunde teil, die von der Pflegestation angeboten wird. Mit gemeinsamer Zeitungslektüre, Ratespielen und leichten körperlichen Übungen wurde dabei Konzentrationsfähigkeit und Koordination der Bewohner trainiert. "Auch wenn das Gedächtnis viele bei kurz zurückliegenden Ereignissen im Stich lässt, sind Erinnerungen an die Jugend und beispielsweise die eigene Hochzeit bei den meisten Bewohnern noch sehr präsent", konnte der SPD-Kreisvorsitzende feststellen.

Im Gespräch mit den Pflegerinnen betonten diese unter anderem, wie wichtig für sie der Erhalt der steuerfreien Sonn- und Feiertagszuschläge sei. Diese Vergünstigung gleiche ein wenig die Nachteile durch den Dienst zu schwierigen Zeiten aus. Roman Niederberger erinnerte an den erfolgreichen Einsatz der SPD für die Steuerfreiheit dieser Zuschläge.

Positiv beeindruckt zeigte sich der Besucher bei einem Besuch der beschützenden Abteilung, in der demenzkranke Bewohner untergebracht sind. Die Pflegdienstleiterin Roswitha Hahn stellte das Konzept vor, dass schon bei der Auswahl von kräftigen Farben für die Wände beginnt. In einer eigenen Küche können die Bewohner selbst kochen und backen, was selbst für die schwer von Demenz betroffenen Menschen noch möglich ist und ihnen Freude bereitet.

In einem abschließenden Gespräch mit Einrichtungsleiter Rolf Hopmann bedankte sich Roman Niederberger für die Gelegenheit, vor Ort persönliche Erfahrungen zu sammeln. Diese neue Perspektive helfe dabei, nach vernünftigen Lösungen für die Pflege zu suchen.